AKTUELLES

16. 09.2020
Der Staub hat sich gelegt, die Knochen sind wieder beisammen, der Blick ist wieder klar. Die vergangenen Wochen, insbesondere die letzte, waren sehr intensiv und dicht und deshalb möchten wir die unmittelbarsten Eindrücke und unseren Dank an alle Beteiligten äußern.

Wir danken allen Helfer*innen, die vor und während des Festivals alles am Laufen gehalten haben, die Ideen und Anregungen eingebracht haben und mit ihrem Einsatz vollkommen unverzichtbar waren. Angesichts all der zusätzlichen Arbeit, die in diesem Jahr insbesondere wegen der Covid-19-Pandemie nötig war, kann eure Hilfe und eure Mühe kaum überschätzt werden! Es ist großartig zu sehen, wie viele verschiedene Menschen in und um Kassel Lust hatten, sich an diesem Projekt zu beteiligen und es damit zu ermöglichen.
Wir danken auch allen Referent*innen, Künstler*innen, Vortragenden und Lesenden und allen Schauspieler*innen, die gemeinsam den inhaltlichen Teil unseres Festivals gebildet haben. Ohne eure Expertise, eure Geduld, euer Engagement und eure Kreativität wäre das Programm von ‘Nach dem Rechten sehen’ leer.
Unser Dank gilt auch all unseren Unterstützer*innen und allen Kooperationspartner*innen, ohne die unser Festival überhaupt nicht denkbar wäre. Abgesehen von der technischen und finanziellen Infrastruktur, die wir ohne institutionelle Unterstützung nicht hätten aufbauen können, ist mittlerweile auch eine Art Netzwerk zwischen verschiedenen Akteur*innen in der Kasseler Kultur- und Politszene entstanden. Wir hoffen, dass das ‘Nach dem Rechten sehen’ darin auch zukünftig ein Knotenpunkt sein wird.
Und schließlich und endlich danken wir allen Besucher*innen, die in diesem Jahr trotz der Beschränkungen und den Widrigkeiten der Hygienemaßnahmen an unserem Festival teilhatten. Es ist einer der häufig unausgesprochenen, aber auch unbestreitbaren Punkte, den wir hier besonders betonen wollen: Ohne die Besucher*innen gibt es kein Festival. Deshalb danken wir den Menschen, die auch in diesem Jahr mit uns einen Blick auf rechte Strukturen und Tendenzen in Kassel, Hessen und Deutschland warfen.

Wir vom Orgateam sind glücklich und platt, überladen mit Eindrücken, die zu verarbeiten wir jetzt hoffentlich die Zeit finden und froh, dass wir uns das wieder angetan haben. Wir werden uns in den kommenden Wochen eingehend mit dem diesjährigen ‘Nach dem Rechten sehen’ auseinandersetzen und reflektieren, was alles geschehen ist. Uns ist klar, dass bloß, weil alles im Großen und Ganzen gut über die Bühne gegangen ist, es nicht auch genügend Anlass zur Kritik gibt. Und hier sind wir abermals auf euer aller Hilfe angewiesen: Schreibt uns euer Feedback, lasst uns wissen, was euch besonders gut und was euch gar nicht gefallen hat, was ihr euch zukünftig wünschen würdet, was euch gefehlt hat. Damit wir alles möglichst gebündelt auswerten können, bitten wir euch, uns dazu jeweils eine kurze Mail an nach-dem-rechten-sehen@gmx.de zu senden.

Was jetzt noch bleibt, ist zu gleichen Teilen bitter und hoffnungsvoll: Dass es das ‘Nach dem Rechten sehen’ geben muss, liegt in der Tatsache begründet, dass in Deutschland wie auch weltweit reaktionäre und rechte Kräfte im Aufschwung sind. Und deshalb ist es notwendig, genau hinzuschauen, an welchen Stellen im gesellschaftlichen Austausch sich rechte Phänomene zu erkennen geben, wo sie sich breit machen können, ohne nennenswerten Widerstand zu erfahren. Wir haben keinen Anlass, die gegenwärtige politische Lage in Deutschland für eine zu halten, in der rechte Kräfte zeitnah an Einfluss und Macht verlieren werden. Unsere Aufgabe ist es, diese Dinge genauestens zu beobachten – und sich ihnen entgegenzustellen, wo wir sie antreffen! Das ‘Nach dem Rechten sehen’ ist nur einer von vielen Schritten im Programm des Antifaschismus. Aufklärung, Bildung und Sensibilisierung sind und bleiben der Kern unserer Bemühungen.


+++ÄNDERUNG DES DATUMS+++

Die Corona-Krise ist, von allem anderen mal abgesehen, ein riesiger Chaosfaktor für Planung und Organisation. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, sicherheitshalber den Termin unseres Festivals um einen knappen Monat nach hinten zu verschieben. Also: Das NDRS2020 wird vom 09.-13. September stattfinden. Save the date.

Wir freuen uns!


Liebe Menschen,

wir sind wieder da! Nach einer kleinen Pause zum Durchatmen und Urlaub machen, Füße hochlegen und Kaffee trinken, haben wir uns schließlich wieder getraut die Zeitungen aufzuschlagen und Onlineartikel durchzuklicken – und nach kurzem Erbrechen wurde uns dann klar, dass NDRS in die zweite Runde gehen muss! Anlässe gibt es offensichtlich genug: Etwa der rechte Terroranschlag in Halle, der zwei Menschen das Leben kostete, der Wahlerfolg eines offiziell als Faschist zu bezeichnenden Politikers in Thüringen oder die Offensive der Türkei in Nordsyrien mithilfe deutscher Rüstungsgüter – u.a. und bevorzugt produziert vom Kasseler Traditionsunternehmen KMW. Zudem hat sich an der Affinität der sogenannten deutschen Mitte für rechtes Gedankengut genauso wenig geändert, wie an dem offensichtlichen Wunsch der Vertreter*innen deutscher Politik und Behörden all diese Phänomene weiterhin zu verharmlosen und/oder zu befeuern.

Um NDRS erneut zu einer erfolgreichen Veranstaltung werden zu lassen, bedarf es Eurer Unterstützung. Wenn Ihr Euch vorstellen könnt

– einen inhaltlichen Input in Form von Workshops, Rundgängen etc. zu geben
– als Musiker*in, Künstler*in am Kulturprogramm teilzunehmen
– als Verein oder Privatperson bei der Orga und Vorbereitung zu helfen
– uns während des Festivals als Helfer*in zu unterstützen

meldet Euch gern unter nach-dem-rechten-sehen@gmx.de

Wir halten Euch auf dem Laufenden, was 2020 auf dem ‚Nach dem Rechten sehen‘-Festival alles passieren wird, freuen uns aber jetzt schon darauf, Euch dort begrüßen zu dürfen! Nur soviel sei gesagt: Auch in diesem Jahr werden Aufklärung, Bildung und Sensibilisierung im Mittelpunkt stehen, um den Blick nach Rechts zu schärfen. Dazu bedarf es vor allem des Dialogs, zu dem wir Euch einladen wollen, denn:

„Politische Fragen sind viel zu ernst, um sie den Politikern zu überlassen.“ – Hannah Arendt

In diesem Sinne:
Kommt vorbei, wenn es 2020 in Kassels Nordstadt wieder heißt: Nach dem Rechten sehen!

Alles Liebe,
Euer NDRS Team

Im Mittelpunkt des Festivals steht die Aufklärung, Bildung und Sensibilisierung im Bezug auf den derzeit um sich greifenden Rechtsruck. Die Idee zum Festival ist im Verlaufe des vergangenen Jahres entstanden als Reaktion auf das europaweit größte Rechtsrockfestival in Themar (Thüringen). Wir verfolgen mit dem Projekt ein im emanzipatorischen Sinne ‚aufklärerisches‘ Ziel. Das bedeutet, wir möchten Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die ansonsten nicht organisiert sind, um gemeinsam rechte Tendenzen in unserer Gesellschaft zu reflektieren.

Dabei geht es insbesondere um den NSU, Rassismus, Antisemitismus, Populismus und Antifeminismus. Zusammen mit lokalen Gruppen wie den Falken Kassel, dem Karnak und in Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen wie dem Schlachthof und der Braumanufaktur Steckenpferd bieten wir über drei Tage verteilt allerhand Veranstaltungen an, die an verschiedenen Standorten in Kassels Nordstadt stattfinden werden. Mit Workshops, Vorträgen, Stadtrundgängen, Ausstellungen, Konzerten sowie Theater- und Filmvorführungen soll ein vielfältiges Programm dazu einladen, nach dem Rechten zu sehen.