WORKSHOPS & VORTRÄGE

Die Workshops haben begrenzte Teilnehmer*innenzahlen. Sichert euch per Anmeldung die Plätze – füllt das Formular hier drunter aus, schreibt eine Mail an workshopanmeldung-ndrs@gmx.de oder per Facebook-Nachricht! Bitte gebt an, für welche Workshops und für wie viele Personen ihr euch anmelden wollt.

MITTWOCH

Eröffnung des Festivals

Mittwoch, 4.9.19, 15°° Uhr – KuMiN (Hof der Elisabeth-Knipping-Schule)

Eröffnungsrede der Organisator*innen

& Rede: Die Lücken der Aufklärung – vom NSU Komplex zum NSU 2.0 (Initiative 6. April)


VORTRAG: Neonazi Strukturen in Kasselwieso der Mord an Walter Lübcke kein Zufall war 

Mittwoch, 4.9.19, 19:30 Uhr – Schlachthof, Großer Saal

Referent: Malte Lantzsch

Was für Neonazistrukturen gibt es in Kassel und Umgebung und was für eine Bedeutung hat die Nicht-Aufklärung des Umfeldes des NSU und die gesellschaftliche Stimmung für den Mord an dem ehemaligen Regierungspräsidenten?


DONNERSTAG

Rassismuskritik: Strategien der neuen Rechten als koloniale Kontinuität?

Donnerstag, 5.9.19, 13:30 UhrKarnak

Referent*innen: Kassel Postkolonial

Wie lässt sich der anhaltende Erfolg der Neuen Rechten erklären? Welche Gründe kann es es für ihre gesellschaftliche Anschlussfähigkeit geben – warum sind ihre Strategien so erfolgreich? Die Suche nach Antworten soll in diesem Workshop einerseits die Strategien der Neuen Rechten in den Blick nehmen und andererseits auch unsere Gesamtgesellschaft auf ihre (Macht-)Mechanismen hin untersuchen: Rassismus als eine zentrale Form der Diskriminierung stellt solch ein Herrschaftsverhältnis dar, das eng mit dem Kolonialismus verwoben und seit jeher ein fester Bestandteil aller gesellschaftlichen Bereiche ist – und kein Randphänomen, wie manch ein Politiker es abzutun vermag. In seiner kolonialen Kontinuität hat rassistisches Denken bis heute unsichtbare, aber prägende Spuren hinterlassen, mit denen wir uns für ein ganzheitliches Verständnis der Gegenwart auseinandersetzen müssen und uns mit diesem Blick auf die Spuren der Strategien Neuer Rechter begeben können.


Rechte Tendenzen an der Uni?

Donnerstag, 5.9.19, 13:30 Uhr – Schlachthof, Kaminzimmer

Referentinnen: Anna Müller (ggf. Eva Eyrich & Frederik Metje)

Im Workshop wollen wir unter anderem der Frage nachgehen, inwieweit Meinungsfreiheit innerhalb der Universität geschützt werden muss, wenn ganz klar Menschengruppen diffamiert und ganze Forschungsrichtungen – wie beispielsweise die der Frauen- und Geschlechterstudien – massiv in Frage gestellt werden.


Antifaschismus in Geschichte und Gegenwart

Donnerstag, 5.9.19, 16:30 Uhr – Karnak

Referent: Ulrich Schneider

Viele Engagierte wehren sich heute gegen die Aufmärsche von Neonazis oder der extremen Rechten. Teilweise werden Symboliken der „Antifaschistischen Aktion“ aus den 30er Jahren übernommen. Ziel dieses Workshops soll es deshalb sein, schlaglichtartig die Geschichte der antifaschistischen Bewegung in der Endphase der Weimarer Republik, des antifaschistisch-demokratischen Neubeginns nach 1945 und der Auseinandersetzung mit Neofaschismus in den ersten Jahrzehnten der BRD zu beleuchten. Gemeinsam soll dann über antifaschistische Strategien für heute gesprochen werden.


Online nach den Rechten sehen – Narrative und Strategien rechter Akteur*innen im Netz und Handlungsmöglichkeiten

Donnerstag, 5.9.19, 16:30 Uhr – Schlachthof, Kaminzimmer

Referentinnen: Maria Grüning und Ann-Kathrin Mogge, Kopiloten e.V.

Auf der Straße, in den Wohnzimmern, Parlamenten und im Netz haben sich in den vergangenen Jahren nationalchauvinistische Bewegungen formiert und sich Raum angeeignet. Der Verein Die Kopiloten e.V. aus Kassel widmet sich der Arbeit in den diskursiven Räumen der sozialen Medien, mit dem Ziel so auch offline Raum für demokratisches Miteinander und Pluralismus zu verteidigen. Im Workshop wird folgenden Fragen nachgegangen: Wie kann Hass und Hetze im Netz begegnet, wie können Narrative und Strategien der Neuen Rechten erkannt und angegangen werden? (Dreistündiger Workshop bis 19:30 Uhr!)


VORTRAG: Vom ästhetischen Angriff auf die offene Gesellschaft

Donnerstag, 5.9.19, 19°° Uhr – Universität Kassel (Diagonale Hörsaal 2)

Referent: Daniel Hornuff

Der politische Landgewinn der Neuen Rechten ist auch Ergebnis ausgeklügelter ästhetischer Strategien. Teile des Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus erscheinen heute in den Gewändern einer offenen, diversen, bunten Gesellschaft. Diese selbsternannte „Kulturrevolution von rechts“ adaptiert jene Muster und Formen, gegen die sie sich politisch wendet. Was aber bedeutet das für den Umgang mit der Neuen Rechten? Wie groß ist die Gefahr, durch aktionistischen Übereifer ungewollt zu stärken, was doch eigentlich geschwächt werden soll? Was also braucht es, um für Vielfalt konkret einzustehen – ohne sich dabei den Gegnern der Vielfalt anzuverwandeln?


FREITAG

Antisemitismus – was ist das eigentlich?

Freitag, 6.9.19, 13:30 Uhr – Schlachthof, Kaminzimmer

Referent: Julian Timm

Antisemitismus ist ein Thema, dem sich viele aus Respekt oder Scheu erstmal nur vorsichtig nähern – zu groß scheint die Gefahr in Diskussionen in ein Fettnäpfchen zu treten, etwas ‚Falsches‘ zu sagen oder einfach nur Begriffe nicht richtig zu kennen. In diesem Workshop wollen wir versuchen, uns dem komplexen Thema Antisemitismus ganz niedrigschwellig zu nähern. Mit Input, Beispielen und Fragen beleuchten wir Antisemitismus und seine Randphänomene (Rechtsradikalismus, Konservatismus, Kapitalismuskritik, etc.) in der Theorie und seinen Erscheinungsformen im Alltag. Vorkenntnisse sind nicht von Nöten.


Antisemitismus im Fußball

Freitag, 6.9.19, 13:30 Uhr – Schlachthof, Seminarraum 2

Referent: Max Winkler, Dynamo Windrad

In diesem Workshop soll auf die verschiedenen Facetten des Antisemitismus im Fußball aufmerksam gemacht werden. Nach einem anfänglichen Input über auftretende Formen werden Präventionsmaßnahmen gemeinsam erarbeitet.


Antifeminismus in Bewegung

Freitag, 6.9.19, 16:30 Uhr Schlachthof, Kaminzimmer

Referentinnen: Lisa Henke und Frieda Nastold

Im Workshop ANTIFEMINISMUS IN BEWEGUNG wollen wir gemeinsam den Begriff Antifeminismus diskutieren und Verflechtungen zum Antisemitismus herausarbeiten. Über eine historische Kontextualisierung seit der ersten Frauen*bewegung, möchten wir aktuelle antifeministische Strömungen in den Blick nehmen. Wie können produktive Strategien entwickelt werden, um einem erstarkenden Antifeminismus entgegen zu wirken?


Argumentationstraining gegen Rechts

Freitag, 6.9.19, 16:30 Uhr – Schlachthof, Seminarraum 3

Referentin: Claudia Reimer

Stammtisch-Parolen begegnen uns oft im öffentlichen Raum: Ob Infotisch, im Bus oder auf Partys. Die Motive sind unterschiedlich und es lohnt sich, diese heraus zu finden, um effektiv darauf reagieren zu können. Wann und mit wem macht es Sinn zu reden? Wann konfrontiere ich besser und wann moderiere ich ab? Dies herauszufinden und Strategien zu üben, auch die eigene Sprachlosigkeit zu überwinden, ist Ziel der Veranstaltung.


Rap & Breakdance Workshop

Freitag, 6.9.19, 16:30 Uhr – Karnak

Organisiert von den Rap!fugees


VORTRAG: Braune Blasen – Gläserne Zwinger. Digitalisierung zwischen Neuer Rechte und Plattform-Totalitarismus

Freitag, 6.9.19, 19°° Uhr – Schlachthof, Großer Saal

Referent: Dirk Stederoth

Der Vortrag versucht die antidemokratische Allianz zwischen der Nutzung sozialer Medien durch die Neue Rechte und der globalen Tendenz der User-Konditionierung durch überwachungskapitalistische Plattformen aufzuzeigen. Hierbei gilt es nicht nur deren gegenseitige Verstärkung, sondern insbesondere auch ihre strukturlogischen Ähnlichkeiten herauszuarbeiten.


SAMSTAG

Sprache des Ethnopluralismus

Samstag, 7.9.19, 11:30 Uhr – Schlachthof, Seminarraum 1

Referent: Matthias R.

Im Rahmen dieses Workshops wird ein sprachwissenschaftlicher Zugang zum Thema Ethnopluralismus eröffnet. Untersucht werden sprachliche Muster und Codes der sogenannten „Neuen Rechten“. Ausgangspunkt ist die Erarbeitung einer adäquaten Definition von Ethnopluralismus. Darauffolgend werden wir anhand von Videobeispielen die Sprache der Identitären Bewegung auf ethnopluralistische Marker untersuchen. Im Anschluss befassen wir uns mit dem Manifest des Rechtsterroristen Brenton Tarrant. Tarrant ermordete am 15.03.2019 im neuseeländischen Christchurch 51 Menschen und Verletzte weitere 50. Sein Manifest liefert einen tiefgreifenden Einblick in die Ideologie des Ethnopluralismus. Der Workshop lebt von aktiver Mitarbeit. Es bedarf jedoch keinerlei Vorkenntnisse!


Für unsere Interessen kämpfen – Machtaufbau von unten als Grundlage von Strategien gegen den rechten Vormarsch

Samstag, 7.9.19, 11:30 Uhr – Schlachthof, Kaminzimmer

Referent: Michael Heldt, Rothe Ecke

In Zeiten der rechten Durchdringung von staatlichen Strukturen und breiter politischen Räume, braucht es mehr denn je die Rebellion des Aufrechten Gangs statt der kuschenden Revolte auf den Knien, wie sie die rechten Propagandisten gerne als billige Lösung anbieten. Die Einheit der Vermittlung von einer Perspektive für die sich zu kämpfen lohnt mit organisierenden Methoden zu verbinden war und ist der Versuch sich dem vermeintlichen Zeitgeist entgegenzustellen. Der Workshop stellt rechte, pragmatische und transformative Organizing-Ansätze vor und will mit der Frage „Wen organisieren und für was eigentlich?“ den Finger in die Wunde legen und Mut machen die eigene Komfortzone zu verlassen.


Was hat Antifaschismus mit der kurdischen Befreiungsbewegung zu tun?

Samstag, 7.9.19, 11:30 Uhr – Schlachthof, Kaminzimmer

Referentin: Leyla Lacin, Lesekreis-Initiative-Kassel

Mit diesem Workshop bieten wir euch eine der wenigen Gelegenheiten, euch mit dem Aspekt des Antifaschismus im kurdischen Freiheitsbestreben, zu befassen. In diesem Zuge werden wir euch über die 40 jährige Entstehungsgeschichte der PKK in kompaktem Umriss berichten und dessen heutige Bedeutung im grenzübergreifenden Widerstand gegen koloniale Ausbeutung, Unterdrückung und dem Patriarchat als offenen Input erläutern.


Open Space im Nordstadtpark

Samstag, 7.9.19, 14°° Uhr

Speakers’ Corner und Feedback- / Reflexionsangebot 
Anmeldungen für Inputs im Laufe des Festivals am Infopoint


Durch antirassistische Praxis gesellschaftliches Miteinander gestalten – ein Workshop zur Reflexion

Samstag, 7.9.19, 16°° Uhr – Schlachthof, Seminarraum 1

Referentin: Ketie Saner, stuhlkreis_revolte – Kollektiv für emanzipatorische Bildung und Prozessbegleitung

Wir wollen antirassistisch sein und handeln. Doch wir müssen immer wieder feststellen, wie sehr wir Rassismus durch unsere Sozialisation verinnerlicht haben. Im gemeinsamen Dialog und durch praktischen, erfahrungsorientierten Aktivitäten wollen wir in diesem Workshop darüber nachdenken und sprechen, was Rassismus ist und wie wir ihm begegnen können. Wie aus unserer antirassistischen Grundeinstellung antirassistisches Handeln werden kann.


Refugees welcome? Erfahrungsberichte von Geflüchteten und Austausch über alltägliche Erfahrungen aus den Kasseler Gemeinschaftsunterkünften und Behörden

Samstag, 7.9.19, 16:30 Uhr – Schlachthof, Seminarraum 2

Referent*innen: Kein Mensch ist illegal

Refugees welcome? … Wie fühlt es sich an, in Kassel mehr als irgendwo sonst zu wohnen, zu essen und zu schlafen, aber von der Politik keine Unterstützung zu erfahren – sondern ganz im Gegenteil, von Repressionen aufgrund des Asyl- und Aufenthaltsrecht betroffen zu sein? In einem moderierten und strukturierten Austausch, wollen wir einen Raum schaffen, in welchen Geflüchtete mit Nicht-Geflüchteten über ihre Erfahrungen sprechen, und vielleicht gemeinsam Strategien entwickeln können.


Zivile Seenotrettung und Migration – Die tödliche Politik der europäischen Außengrenzen und die Kriminalisierung von Solidarität mit Geflüchteten

Samstag, 7.9.19, 16:30 Uhr – Schlachthof, Kaminzimmer

Referent*innen: Solidarity at Sea Kassel

Das Mittelmeer stellt nicht nur die europäische Außengrenze, sondern ebenfalls eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt dar. 2018 kamen laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 2299 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer ums Leben. Europa schaute dabei zu. Die Crews ziviler Seenotrettungsorganisationen versuchen nach geltendem Recht, die Flüchtenden vor dem Ertrinken zu retten. Durch europäische Staaten werden sie jedoch an ihrer Arbeit gehindert, kriminalisiert und juristisch verfolgt. Unter anderem wird seit 2017 gegen Crewmitglieder der NGO jugend rettet, die IUVENTA 10, durch italienische Behörden wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt. Bei einer Verurteilung drohen ihnen 20 Jahre Haft. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es und was kann der Kriminalisierung von Solidarität entgegnet werden?


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